Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen

Termin: 08.07.2018–02.09.2018

Schmallenberg (lwl). Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Deshalb beschäftigte sich die neue Wanderausstellung „Leben im Bett“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, ein Bett zu nutzen.

„Alles außer Schlafen“ lautete dabei das Motto der Ausstellung, die in der Zeit vom 8. Juli bis zum 2. September im Museum Holthausen zu sehen war. Anhand ausgewählter Beispiele erfuhren Besucher mehr über die Aktivitäten des Menschen im Bett. Den Rahmen bildeten das heimische Bett und die Zeit vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Barackenwohnung in Meschede-Berge mit Bett und diversen religiösen Objekten wie einem Standkreuz und einer Darstellung von Maria mit Jesuskind (1920er Jahre).   Foto: LWL-Archiv

Die Eröffnung fand am Sonntag, 8. Juli um 11.00 Uhr statt. Zu Gast war auch Felix Banzhaf vom LWL-Museumsamt für Westfalen, der erklärte: „Man kann sogar noch weiter gehen als nur von einem Lebensdrittel im Bett zu sprechen: Sein ganzes Leben kann ein Mensch im Bett verbringen. Menschen werden oft in einem Bett geboren, Kinder spielen und lernen dort, Erwachsene lieben und arbeiten im Bett. Einsam braucht man dabei auch nicht zu sein, denn Bettgenossen, ob Teddybären oder Bettwanzen, finden sich schnell. Das Bett ist viel mehr als ein Ort zum Schlafen.“

Drahtnetzwiege (um 1900) und Teddy (ca. 1910). Foto: LWL/Schüttemeyer


Museen und Privatpersonen aus Westfalen-Lippe haben Exponate für diese LWL-Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. So vielfältig wie das Thema waren dabei auch die Stücke. Mal humorvoll, mal ernst ermöglichten sie eine Annäherung an die Praktiken rund ums Bett. Ein Kapitel der Ausstellung widmete sich beispielsweise dem Essen und Trinken. Dafür stand eine sogenannte Trembleuse aus dem 18. Jahrhundert. Das ist eine spezielle Tasse für Trinkschokolade, die gerne am Morgen getrunken wurde. Ein Betttablett und ein praktischer Handstaubsauger waren als Hilfsmittel für ein modernes Frühstück im Bett in der Ausstellung zu sehen. Auch Gute-Nacht-Geschichten und Schlaflieder waren ein Thema.

„Alle in einem Bett“ von Erwin Grosche und Dagmar Henze (2014) sowie das Wiegenlied „Die Blümelein sie schlafen“ von Anton Wilhelm v. Zuccalmaglio (1803-1869) im „Liederbuch für die westfälischen Volksschulen“ (1914). Foto: LWL/Schüttemeyer


Jedes der acht westfälischen Museen, die die Ausstellung präsentieren, zeigte vor Ort jeweils ein Bett aus seinem Bestand und ergänzte die Ausstellung so um ein Objekt aus seinem Gebiet. In Holthausen kam das Bett aus der Heimarbeiterstube hinzu. Andere Exponate stellten Bezüge zur Region her.
Weitere Themen waren der Medienkonsum und das Arbeiten im Bett, Tiere im Bett sowie Glaube und Politik rund ums Bett. Mit Hilfe von Texten, Objekten, Bild- und Tonquellen sowie Taststationen präsentierte die Ausstellung diese Themen sinnlich wahrnehmbar für die Besucher.

Bild mit einem Bett aus Holthauser Museumsbestand. Foto: Heike Schulte-Belke

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