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Bildwelten - Weltbilder. Romanische Wandmalerei Westfalens in neuem Licht

In vielen Kirchen Westfalens sind Wandmalereien der späten Romanik von 1160 bis 1270 erhalten.

Sie zeigen figürliche Szenen, die zusammen mit der Architektur die Kirchenräume prägen. Dennoch ist die romanische Wandmalerei als herausragendes westfälisches Kulturgut bisher nicht systematisch erforscht worden. Um dies zu ändern, hat die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen das Forschungsprojekt „Bildwelten – Weltbilder“ durchgeführt, bei dem figürliche Wandmalereien in dreizehn Kirchen, darunter die Kirchen St. Peter und Paul in Wormbach und St. Cyriakus in Berghausen, vom Gerüst aus erfasst, kartiert und untersucht worden sind. Eine Buchpublikation, ein Film und eine Wanderausstellung mit einem Katalog stellen nun die Ergebnisse des Projektes vor.
Die in Zusammenarbeit mit dem LWL-Museumsamt entstandene Wanderausstellung der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen ist seit Sonntag, 21. Januar im Museum Holthausen zu sehen. Über 40 Stellwände und Vitrinen präsentieren Texte, Pläne, Fotos und Exponate zur romanischen Wandmalerei. Mit zahlreichen hochauflösenden Fotos ermöglicht die Ausstellung spannende Detailansichten der Malereien, die vor Ort aufgrund der Monumentalität und der räumlichen Gegebenheiten dem Betrachter oft weit entrückt sind.

Erforschte Wandmalereien
Was haben die Menschen geglaubt und wie führten sie ihr Leben? Wie haben die Wandmaler gearbeitet und auf welche Vorlagen haben sie zurückgegriffen? Welche Geschichte haben die Wandmalereien in den folgenden fast 800 Jahren erlebt? All diese Fragen waren Anlass zu dem mehrjährigen Forschungsprojekt, das dreizehn westfälische Kirchen umfasste. Diese Kirchen befinden sich in den Orten Bad Sassendorf-Lohne , Bad Sassendorf-Weslarn, Balve, Bochum-Stiepel, Dortmund-Brechten, Dortmund-Wellinghofen, Lippstadt, Lügde, Paderborn-Neuenbeken, Schmallenberg-Berghausen, Schmallenberg-Wormbach, Soest und Soest-Ostönnen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind in der Ausstellung dokumentiert.
Hintergrund Romanische Wandmalerei
Wandmalereien gehören zum ältesten Kulturgut, wie bereits rund 33.000 Jahre alte Höhlenmalereien beweisen. Im europäischen Mittelalter erlebte diese Technik seit karolingischer Zeit einen neuen Aufschwung. Die Malereien wurden direkt mit den Wänden verbunden und somit zu einem Teil der Architektur. Die Farben bestimmen neben den architektonischen Formen wesentlich das innere Erscheinungsbild einer Kirche. Dabei werden einzelne Elemente wie Pfeiler, Kapitelle, Grate, Gurt- und Schildbögen durch Farbe besonders betont, verziert und hervorgehoben. Die Figuren wurden entweder in einer lasierenden oder deckenden Malweise gestaltet. Die Modellierung der Körper wie die der Gewänder ist in allen Fällen sehr variantenreich.

Programm der Ausstellung
Sonntag, 21.Januar 2018
14.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung im Museum Holthausen: Dr. Dirk Strohmann, LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Anschließend Exkursion nach Wormbach und Berghausen (mit Bustransfer)
14.45 Uhr: St. Peter und Paul Wormbach, Rundgang mit Dr. Anna Skriver, Projektleiterin des Forschungsprojekts „Bildwelten - Weltbilder. Romanische Wandmalerei in Westfalen“, 2012-2017
15.30 Uhr: St. Cyriakus Berghausen, Einführung mit Dr. Anna Skiver und Gespräch mit Elisabeth Grube, Pfarrerin i.R., über die Apsismalerei

Mittwoch, 21. Februar 2018, 15.00 Uhr
St. Cyriakus, Berghausen
Elisabeth Grube: Vom Aufgang des Lichts - Eine Begegnung mit der romanischen Apsismalerei in der Pfarrkirche St. Cyriakus in Berghausen. Eine spirituelle Annäherung
Weitere Führungen auf Anfrage: Tel. 0160-5770031
Ab Sonntag, 28. Januar 2018, jeden Sonntag um 11.20 Uhr
St. Peter und Paul, Wormbach
Johannes Tigges erzählt vom „schönsten Kirchhof der Welt“, von mythischen Totenwegen, von heidnischer Vergangenheit und den Tierkreiszeichen. Treffpunkt ist am Kirchentor. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich: Tel. 02972-97550

Darüber hinaus können Führungen in den Kirchen von Wormbach und Berghausen auch bei der Gemeindereferentin Monika Winzenick, Tel. 02972/36485-16 angefragt werden.

Die Ausstellung geht bis zum 11.03.2018

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